NEUE CORONA-VARIANTE KP.3 – SYMPTOME, TESTS UND WARNZEICHEN ZUR AKTUELLEN „FLIRT“-MUTANTE „FLUQE“

„FluQE“

Neue Corona-Variante KP.3 – Symptome, Tests und Warnzeichen zur aktuellen „FLiRT“-Mutante „FLuQE“

Die neue Covid-Variante KP.3 ist aktuell auf dem Vormarsch. Im Urlaubsland Italien wird eine „unerwartete Sommerwelle“ befürchtet.

München – Die neue Coronavirus-Untervariante KP.3 ist rasant unterwegs. In Deutschland hat KP.3 der KP.2-Untervariante schon den Rang abgelaufen. Unter den zirkulierenden Sars-CoV-2-Varianten gilt KP.3 als „dominierende Variante“. Bei den Covid-19-Fällen lagt der Anteil Anfang Juni schon bei 48 Prozent. Das geht aus dem Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Was ist diese KP.3-Variante überhaupt? Verursacht sie andere Symptome? Ist sie eine Gefahr für den Sommerurlaub?

KP.3 VOI (Variant of Interest)
Unterlinie von JN.1
Mutationen auf dem Spike-Protein

Was ist die Covid-Variante KP.3?

Bei den vielen Coronavirus-Varianten ist es schwer, den Überblick zu behalten. Nach vier Jahren Corona ist das Interesse wohl bei vielen abgeflaut. Trotzdem ist es wichtig, Sars-CoV-2 im Auge zu behalten. Die neue Untervariante KP.3 ist aktuell für zahlreiche Covid-Fälle verantwortlich.

KP.3 entwickelt sich aus JN.1, der wichtigsten Viruslinie (Omikron), die seit Dezember 2023 im Umlauf war. KP.3 ist JN.1 sehr ähnlich und weist im Vergleich zu JN.1 drei Mutationen im Spike-Protein auf.

Laut dem RKI betrifft es drei zusätzliche „Aminosäurenaustausche“ namens F456L, Q493E, SV1104L. Die KP.3-Variante ist deswegen auch als „FLuQE“ bekannt, eine neue Mutation der Untervariante „FLiRT“. Experten zufolge ist „FLuQE“ ansteckender. Insbesondere in den USA, Australien und jetzt auch in Italien wird die KP.3-Variante für die steigende Covid-Fälle und Krankenhausaufenthalte verantwortlich gemacht. Durch die Mutationen kann die Covid-Variante KP.3 die Immunabwehr offenbar leichter umgehen, schneller in Zellen eindringen und sich vermehren.

Was sind die Symptome von KP.3?

Bei den Symptomen der KP.3-Variante gibt es zu der JN.1-Variante laut der US-Seuchenbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) keine Unterschiede. Folgende Covid-19-Symptome können zwei bis 14 Tage nach einer Infektion auftreten:

  • Husten
  • Fieber und Schüttelfrost
  • Halsschmerzen
  • Verstopfte oder laufende Nase
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Atemprobleme
  • Geruchsverlust
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall

Husten, Fieber und Schnupfen, gefolgt von Störung des Geruchs- oder Geschmackssinns, zählt das RKI als besonders häufige Covid-19-Symptome auf. Weitere Symptome sind demnach Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Konjunktivitis, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, Apathie, Somnolenz.

Was kommt mit der KP.3-Variante „FLuQE“ auf uns zu?

In Deutschland sind die Corona-Fälle nach den RKI-Daten bis Ende Juni deutlich gestiegen. Im Abwassermonitoring lag die Viruslast bei einem ebenfalls steigenden Trend auf einem niedrigen Niveau. In den vergangenen vier Wochen ist die Zahl der Arztbesuche wegen akuter Atemwegserkrankungen zwar gestiegen, wie aus dem Infektionsradar des Bundesministeriums für Gesundheit hervorgeht. Mit dem Beginn der Sommerferien in mehreren Bundesländern erwartet das Berliner Institut generell weniger Infektionen in Kitas und Schulen.

Vor einer „unerwarteten Sommerwelle“ sieht sich dagegen das Nachbarland Italien. Laut ilmessaggero.it wird die neue Untervariante KP.3 für die „Mini-Sommerwelle“ verantwortlich gemacht. Gesundheitsexperten sind alarmiert.

„Da wir auf Reisen für die Ferien zusteuern, mit Zügen und Flugzeugen, aber auch sehr überfüllten Touristenzielen, bleibt das Tragen einer Maske eine der besten Abwehrmaßnahmen“, zitiert das italienische Nachrichtenportal den Direktor der italienischen Gesellschaft für Infektions- und Tropenkrankheiten Massimo Andreoni. Nach Auffassung des Infektiologen sei das Virus mit dem Herbst und dem Winter stärker zu spüren. Deswegen sei es wichtig, eine Impfkampagne vorzubereiten.

Wer braucht eine Corona-Impfung im Herbst 2024?

Personen mit einem erhöhten Infektionsrisiko oder Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf sollten sich laut der Ständigen Impfkommission (Stiko) künftig jedes Jahr im Herbst gegen Covid-19 impfen lassen. Bislang sollte eine Corona-Auffrischungsimpfung frühestens zwölf Monate nach dem letzten Antigenkontakt erfolgen.

Aktuell werden an die Omikron-Variante XBB.1.5 angepasste Impfstoffe genutzt, gibt die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) an. Auch wenn diese Variante inzwischen abgelöst wurde, deuten Forschungsergebnisse darauf hin, dass die Impfstoffe auch gegen diese Varianten schützen. Die CDC plant, im Herbst 2024 einen Impfstoff bereitzustellen, der auf die JN.1-Variante abzielt.

Funktionieren Corona-Tests bei KP.3?

Schnelltests aus der Apotheke oder Drogeriemärkten schlagen auch auf die neue Corona-Variante KP.3 an. Es gibt bisher keine Hinweise, dass Tests bei den neuen Varianten nicht funktionieren könnten. Urlauber sollten Schnelltests im Koffer dabei haben, empfiehlt Molekularbiologe Ulrich Elling bei derstandard.de bereits im Juni. In Spanien war KP.3 zu dieser Zeit schon recht verbreitet. (ml)

2024-07-10T14:58:23Z dg43tfdfdgfd