WIRECARD-INSOLVENZVERWALTER SICHERT 651 MILLIONEN EURO

Der Insolvenzverwalter des 2020 kollabierten ehemaligen Dax-Konzerns Wirecard hat mittlerweile Hunderte Millionen Euro gesichert. Die Schadenssumme decken sie nicht.

Laut einem Bericht der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« befinden sich auf verschiedenen Treuhand-, Termin- und Festgeldkonten der ehemaligen Wirecard AG rund 651,6 Millionen Euro. Sie zitiert dabei aus dem jüngsten Sachstandsbericht des Rechtsanwalts Michael Jaffé an den Wirecard-Gläubigerausschuss. Jaffé ist seit mehr als vier Jahren Insolvenzverwalter des Wirecard-Konzerns und dessen wichtigster Tochtergesellschaften.

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Seinem Ziel, durch Abwicklung alter Geschäftsteile möglichst viel Geld in die Insolvenzmasse des ehemaligen Dax-Konzerns zu bringen, ist der Insolvenzverwalter damit näher gekommen. Zusätzlich stellt Jaffé in seinem Bericht die vollständige Auszahlung der Kontoguthaben der ehemaligen Wirecard Bank und weiterer Zerschlagungswerte in Aussicht. Bis es allerdings soweit sei, dürften »noch Jahre vergehen«, zitiert die »FAZ« aus dem Bericht.

Betrugsschaden von rund drei Milliarden Euro

Auch bei den nunmehr gesicherten mehr als 650 Millionen Euro handelt es sich nur um einen Bruchteil des Schadens, der durch den Anlegerbetrug entstanden ist: Tausende Anlegerinnen und Anleger verloren viel Geld, als im Sommer 2020 bekannt wurde, dass 1,9 Milliarden Euro aus der Bilanz von Wirecard fehlten und kurz darauf der Aktienkurs des Konzerns abstürzte. Den Betrugsschaden, der durch falsche Angaben der Verantwortlichen bei Wirecard in der Bilanz des Konzerns entstanden ist, beziffert die Münchner Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage aus dem Jahr 2022 auf rund drei Milliarden Euro.

Im Juli steht im seitdem laufenden Wirecard-Prozess ein wichtiger Termin bevor: Der seit Prozessbeginn im Dezember 2022 schweigsame dritte Angeklagte E. will am 17. Juli erstmals zu den Anklagevorwürfen aussagen. Der ehemalige Chefbuchhalter des kollabierten Wirecard-Konzerns hatte im bisherigen Verlauf des Mammutverfahrens zur Sache geschwiegen. Die IV. Strafkammer des Münchner Landgerichts hat E. im Gegenzug für ein Geständnis eine Freiheitsstrafe zwischen sechs und acht Jahren in Aussicht gestellt.

2024-07-09T19:45:45Z dg43tfdfdgfd